Was läuft ab in unserem Land ????

  • Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass in Polch auf dem gesamten Betriebsgelände und der Ausstellung keine Fahrzeuge mehr sind.!!


    Alles verkauft, und die Produktion läuft mehr als schleppend.


    Wer heute ein neues Wohnmobil bestellt, bekommt es mit Glück Mitte - Ende 2023 !!!!


    Und jetzt 2 Wochen Werksferien, weil die für die Fertigung notwendigen Teile fehlen !!


    Die Preise für gebrauchte Wohnmobile explodieren. Nach auf dem Markt befindliche Autos werden verteuern sich um rd. 50tsd €

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    Bei BMW keine Diesel-Motoren, Neufahrzeuge werden ohne Motor an die Vertragshändler ausgeliefert.



    Was läuft ab in unserem Land ????




    Gruß Axel

  • Der Virus legt jetzt erst in vielen Ländern die Produktion lahm. Aufgrund der weltweit schlechten Impfquote wird sich dieser Effekt erst mal noch verstärken.

    Wieviel 1000 Teile hat ein Womo? Vielleicht 10.000 wenn man alle Schrauben mitzählt? Wenn 1% fehlen kann das Fahrzeug nicht gefertigt werden.

  • Es kommen halt einige Faktoren zusammen ...

    - Enorme Anforderung des Marktes, der Boom für Camping umfasst auch die Wohnmobile. Viele Eigner nutzen die Gunst der Stunde und verkaufen ihre Fahrzeuge für teuer Geld um dann neue Fahrzeuge zu beschaffen und/oder einer Klasse aufzusteigen.

    - Im Rahmen der Pandemie haben viele Leute ihr Herz für die vermeintlich unabhängige Art des Reisens entdeckt (sicherlich werden auch viele wieder den Rückzug antreten aber im Moment ist der Hype noch da)

    - Die Probleme mit der Materialbeschaffung ... viele Baugruppen sind eklatant im Preis gestiegen und die Hersteller der Wohnmobile geben diese Steigerungen natürlich an ihre Kunden weiter. Die Produktion diverser Materialien und Zulieferteile ist kaum zurückgegangen aber die Transportwege funktionieren nicht. Wer sich in dem Frachtbereich auskennt wird bei den derzeitigen Frachtkosten, in etwa Kontainer, nur mit dem Kopp schütteln. Die Preise haben sich teilweise verzehnfacht =O

    - Elektronikbaugruppen kommen vielfach aus China. Da aber in China nahezu die gesamte Lieferkette via Schifftransport funkioniert und die großen Überseehäfen in China alle pandemiebedingt nur auf "Standgas" laufen, gehen halt kaum Schiffe raus. Ob das Ganze auch politischen Nutzen hat ... weiß nich!


    Vor etwa einem Jahr begann der große Hype, davor war die Steigerung noch erträglich. Fast alle Hersteller haben ihre Produktion hochgefahren bis über die Schmerzgrenze. Wobei sich die Schmerzgrenze weniger an der Belastbarkeit der Mitarbeiter sondern eher an der Mängelakzeptanz der Kunden bemisst. Selten wurden die Kisten so zusammengekloppt, wie das im letzten Jahr der Fall war. Die Reklamationsabteilungen können da ein Lied davon singen. Neuer, größer, schneller und immer mehr Firlefanz wurde in immer schnelleren Schlagzahlen in den Markt geworfen und dabei ist viel Qualität auf der Strecke geblieben. Auch zur Zeit wird der Vorteil einer schnelleren Lieferung höhe gewichtet als die Beschaffenheit des Produktes. Nicht die Frage: "Welche Kinderkrankheiten und/oder Mängel hat das Fahrzeug" sondern "Wann bekomme ich das Auto" ist die Kernfrage. Die Situation ist recht unbefriedigend und die Serviceabteilungen der Werke werden vermutlich mit der aktuellen Situation auch nicht wirklich glücklich sein.

    Ich will nicht sagen "früher war alles besser" aber die Qualität der ausgelieferten Fahrzeuge war durchweg verlässlicher. Das es Reklamationen gibt, weil eine Schraube nicht richtig angezogen ist oder irgendwo etwas klapper ... OK. Aber die Masse an problematischen Details hat dich in der nahen Vergangenheit eklatant zugenommen. Ich bin recht sicher, dass absehbar der Erfolg eines Mobilherstellers nicht dauerhaft an der Lieferzeit sondern zunehmend an der gelieferten Qualität fest gemacht wird.


    vG

    Martin

  • Auf den Punkt gebracht Martin. Die Schiffsbauindustrie hat das zeitlich versetzt schon alles durchgemacht, vor allem wenn Kapitalinvestoren eingestiegen sind, die glaubten es besser zu können.


    Oyster Yachts war ein privat geführter Segelbauer. Der Mercedes unter den Yachten. 2008 wurde die Firma für rund 70 Millionen Pfund an die private Firma Balmoral Capital verkauft. Diese verkaufte sie 2012 für lediglich 15 Millionen Pfund an die holländische Investorengruppe HTP Investments BV. Andere Werften gingen ganz Pleite. Ist der Ruf durch schlechte Qualität erst mal ruiniert, ist das kaum wieder gut zu machen.


    Liebe Grüsse

    Achim

  • Leider ist es in Großbritannien genauso, aber mit den zusätzlichen Reibungspunkten des Handels mit der EU, die jetzt von Politikern beider Seiten erschwert werden. Auch hier donnert der Reisemobilmarkt noch. Viele hier werden alt genug sein, um in den letzten 50 Jahren mehrere Booms und Pleite erlebt zu haben.
    Welcher Tsunami erwartet uns?

  • Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass in Polch auf dem gesamten Betriebsgelände und der Ausstellung keine Fahrzeuge mehr sind.!!

    In einer FB-Gruppe hatte jemand vor drei Tagen berichtet, dass in Polch rund 70 Neufahrzeuge auf dem Gelände stehen. Dann sind das wohl alles fast fertige Fahrzeuge die sich dort tummeln und noch nicht ausgeliefert werden können. Dürfte unser Flairchen auch dabei sein :(

  • Moin lieber Axel,


    da läuft in der Tat einiges ab in unserem Land!


    Stückzahlen bringen Umsatz, alles andere wird auf die Plätze verwiesen.


    Ob die Qualität unter der heutigen Produktionsgeschwindigkeit leidet, mag sein und die Vermutung liegt nahe, jedoch gibt es m. E. diesbezüglich keine verläßlichen Zahlen.


    Festzustellen ist, dass es die begehrten Servicetermine - außer bei Notfällen - nicht in Wochenfristen geben wird, sondern dazwischen liegen einige Monate.


    Vielmehr beschäftigt mich, dass die Infrastruktur - die den nötigen Raum für unsere Dickschiffe bietet bzw. bieten soll, dem Boom nicht ansatzweise nachkommt. Auf dem Schlüsselberg hatten am vergangenen Wochenende einige Fahrzeugbesatzungen ausgeharrt, um bei der Anreise beim nächsten Ziel einen Stellplatz zu bekommen, zumindest aber mit einer besseren Wahrscheinlichkeit. Spontanes Reisen wird schwerer werden, will man nicht völlig frei stehen.


    Auch das Image der Caravanbranche wird sich mit dem „Massentourismus“ nicht verbessern. Schnell mal dort gestanden, obwohl es verboten war, schnell mal hier entsorgt, wo es nicht sein sollte.


    Die Ungeduld für das Fehlende wird größer und die guten Vorsätze „Das mache ich doch nicht“ gehen gen Null.


    Es bleibt zu hoffen, dass Verbote und Beschränkungen für unser gemeinsames Hobby nicht überhandnehmen werden.


    Nicht immer bekomme ich ein nettes Wort zurück, wenn ich meinen Mund nicht halten konnte und einen anderen Camper auf sein - in meinen Augen fehlerhaftes - Verhalten hingewiesen habe. Aber für die gemeinsame Sache lohnt es sich allemal, es zu tun.



    Liebe Grüße


    Rolf

  • Ja, lieber Rolf, du sprichst mir redlich aus der Seele. Wir stehen seit 1 Woche in Italien 🇮🇹 auf dem Europa größten Campingplatz und es ist der Wahnsinn was sich trotz Nachsaison abspielt. Der Platz ist so voll wie noch nie zu der jetzigen Jahreszeit und es wird immer schlimmer. Zum Glück ist Platz und Strand so derart groß, sodass man der Masse gut aus dem Weg gehen kann. Vorausgesetzt man bekommt einen Stellplatz.

  • Solange wir unsere Kompetenzen sowohl in der Entwicklung als auch der Fertigung alles nach Fernost auslagern, sehe ich da etwas düster in die Zukunft.

    Dank der Gewinnmaximierung und Befriedigung der Aktionäre wird sich das auch nicht ändern - wir haben seit Jahrzehnten einen Systemfehler, der nur mit der

    Zeit immer mehr sichtbar wird.

    Ich habe da von Politik zu wenig Ahnung :/ nur wenn ich die Entwicklung ansehe merke ich wie viele Andere auch, das stimmt schon lange Einiges nicht mehr.


    viele Grüße Schorsch

  • Na ja, ubertreiben muss man nicht.

    Seit monate stehen sich einige Womo die reifen platt.

    Nicht alles was angeboten wird findet ein Käufer, und oft mit Preisnachlässe.

    Was gut und Preiwert ist geht in eine Woche weg, der Rest steht und steht. Die Händler senken den Preis soweit bis ein Käufer anbeisst. Die Private (Träumer) warten und warten und........

  • Quote

    Die Händler senken den Preis soweit bis ein Käufer anbeisst. Die Private (Träumer) warten und warten

    Moin, das wäre mir jetzt aber neu ......Reduziert wird gar nichts!


    O-Ton Dürrwang Dortmund für einen überteuerten Carthago Liner welcher seit 11/2 Jahren auf dem Hof dahindümpelt: irgendwann steht ein "Jemand" (blöder wollte er nicht sagen) auf und gut ist.........Entweder Sie akzeptieren unseren Preis oder nicht........Ok, dann eben nicht.


    Der Markt ist überteuert für Gebrauchte und scheinbar müssen Händler nicht verkaufen


    Holger

  • Bei manche Händler kann es stimmen, aber nicht bei alle.

    Vor zwei monate habe ich mir ein Phoenix Alkoven auf Iveco Eurocargo BJ 2013 mit Volluftfederung und viele andere Extars für 169.000 gespeichert. Er ging erstmal mit 5000 und dann nochmal mit weitere 5000 runter, also insgesamt 10.000 € runter, erst danach fand er ein Käufer.

    Das Querbett war dort der NoGo für viele Interessenten, fur uns wäre kein Problem gewesen.

    Wer sich auf ein bestimmtes Fabrikat, ein bestimmtes Modell und mit bestimmte must have versteift, zahlt letztendlich die höhere Preise.

    Ich bin flexibel, tanze zwischen Alkoven und Integrierte, zwischen Concorde, Phoenix und Morelo, zwischen Deutschland und Italien.

    Am ende wird es wahrscheinlich ein Carthago =O

  • Moin Holger,

    sehe ich auch nicht so, es gibt sicher beides. Habe letztes Jahr einiges beobachtet, da wurde das meiste nur nach Reduzierungen verkauft (vom Startpreis). Einiges steht jetzt noch, wohl zum guten Teil weil nicht reduziert wird.

    Da wird einiges sicher nicht reduziert, damit Händler überhaupt noch Fahrzeuge zum zeigen auf dem Hof haben.


    Frank

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